Unentschieden beim Tabellenführer war bis zum Schluss drin

Fast wäre dem ASV Neumarkt gestern die Sensation beim Tabellenführer ASV Au geglückt. Erst in letzter Sekunde entschied sich, dass sich die Neumarkter mit einer hauchdünnen 15:14 Niederlage abfinden mussten. Umso bemerkenswerter war, dass die Prantl-Truppe trotz verletzungsbedingter Ausfälle zweier Stammringer dennoch ein so starkes Ergebnis abliefern konnten.

An der Tabelle ändert die Niederlage allerdings nichts, der ASV bleibt weiter auf Platz sechs, zwei Punkte hinter dem Nachbarclub SCO.

Besser lief es bei der 2. Mannschaft, die sich souverän beim TSV Feucht mit 18:32 durchsetzte. Damit schafft die ASV-Reserve den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der Gruppenliga. Siege holten Fabian Thumshirn (57kg freistil und griechisch), Daniil Eberhardt (61kg griechisch und freistil), Klaus Gansen (66kg griechisch), Pascal Meier (75kg freistil), Viktor Reimann (98kg griechisch), und Tobias Schmid (130kg griechisch).

In der Bayernliga bekamen die Zuschauer hingegen einen offenen Schlagabtausch beider Mannschaften  zu sehen, obwohl der ASV Neumarkt sich schon im Vorfeld keine Chancen auf Punkte bei den starken Oberbayern ausrechnete. Nicht zuletzt weil mit Michael und Manuel Schmid zwei Stammringer und Punktegaranten wegen Knieverletzungen länger ausfallen.

57 kg (griechisch-römisch): Bereits der Kampf im Fliegengewicht stellten die Weichen für einen spannenden Abend. Der Kampf zwischen Gerhard Linseisen und dem deutschen Vizemeister der A-Jugend Leon Gerlach war von Anfang an offen, ein Vierer war für beide Seiten drin. Schon nach 10 Sekunden folg Leon auf den ersten Kopfzug, konnte sich aber nochmal aus der gefährlichen Lage befreien. Den zweiten Schwunggriff des Auers konnte Leon kontern und die Brücke seines Gegners nach über einminütigem Bodenkampf eindrücken (Stand 0:4).

130 kg (Freistil): Für den verletzten Manuel Schmid sprang Thomas Kreml ein und arbeitete sich kurzfristig vom Welter- ins Schwergewicht hoch. Ausrichten konnte Thomas gegen den 35kg schwereren Sascha Innacone allerdings nichts. Nach einem Spaltgriff und einigen Beinschrauben musste der Neumarkter eine Schulterniederlage akzeptieren. (4:4).

61 kg (Freistil): Der Stilartwechsel der Rückrunde kommt dem ASVler Robert Bucsa weiterhin sehr gelegen. Gegen den Griechisch-Römisch-Experten Kyrillos Poutakidis machte Robert kurzen Prozess: nach einem blitzschnellen Achselwurf und mehreren Rollen über die Schultern des Gegners pfiff der Mattenleiter Sedlmeier nach nur 22 Sekunden den Kampf ab und ernannte Robert zum Schultersieger (4:8).

98 kg (griechisch-römisch): Einen Kampf auf Augenhöhe lieferten sich Christian Grasruck und Hasan Soykan. Beide eigentlich 86kg-Klassikexperten kämpften über die volle Kampfdistanz engagiert und konnten jeweils durch einen Überwurf mit einem Vierer punkten. Allerdings hatte Christian beim Auskämpfen der Bodenlage zweimal das Nachsehen, sodass der Kampf am Ende mit 8:4 an den Gastgeber ging (6:8).

66 kg (griechisch-römisch): Im letzten Kampf vor der Pause zündete ASVler Mihai Tenea abermals ein Grifffeuerwerk gegen den chancenlosen Martin Soller. Nach zweieinhalb Minuten und mehreren Überwürfen war auch schon Schluss und Mihai der Überlegenheitssieger (6:12).

86 kg (Freistil): Da Thomas Kreml ins Schwergewicht aufgerutscht war stellte sich Trainer Armin Prantl mannschaftsdienlich selbst auf und trat gegen noch ungeschlagenen ehemaligen Bundesligaringer Rainer Morasch an. Nach der ersten Aktion war der Kampf dann auch schon beendet und Morasch Schultersieger (10:12).

66 kg (Freistil): Kampflos kam hier der Gästeringer Abdul Satar Qaderi an seine vier Punkte, da die Neumarkter die Gewichtsklasse an diesem Abend nicht besetzen konnten (14:12).

86 kg (griechisch-römisch): Im klassischen Weltergewicht standen sich schließlich Alex Reimann und Daniel Tollar gegenüber. Beide Ringer kämpften mit viel Übersicht und liesen ihrem Gegner kaum Gelegenheit zum Punkten. Nach sechs schweißtreibenden Minuten für Ringer und Zuschauer stand es allerdings 2:4 für den Gastgeber (15:12).

75 kg (griechisch-römisch): Als Schlüsselkampf erwartete man im klassischen Mittelgewicht zwischen Achim Thumshirn und Vladislavs Jakubovics. In der Hinrunde konnte Achim sich noch mit 2:0 gegen den Auer durchsetzen. Dieses Mal stellte sich Jakubovics aber besser auf den jungen Neumarkter ein und lies keine Aktionen zu. Kampfrichter Sedlmeier verteilte abwechselnd Passivitäten, konnte den Kampf aber auch nicht sonderlich fordern. Nach einer durch die Gäste massiv umstrittenen Einserwertung Achims in der zweiten Kampfrunde wurde die Begegnung schließlich entschieden, denn der Gastgeber schaffte keine Wertung mehr bis zum Schluss (15:13).

75 kg (Freistil): Dass die Begegnung bis zum letzten Kampf so offen stehen würde, hatte wohl keiner erwartet. Somit lag nun alles in den Händen von Alex Fröhlich, der für den verletzten Michael Schmid einsprang. Einen Sieg mit drei Punkten Differenz würde zum Unentschieden reichen, acht Punkte Differenz oder mehr sogar den Sieg für die Neumarkter bedeuten. Alex, der vor einigen Jahren selbst für den ASV Au auf der Matte stand, schenkte dem Auer Christian Frauenberger nichts und kämpfte verbissen, musste aber bereits in der ersten Runde eine „Passivitäts-Eins“ abgeben. In einer nervenaufreibenden zweiten Runde verteidigte Frauenberger seine Führung. 20 Sekunden vor Schluss gelang Alex ein Beinangriff und ging mit 1:2 in Führung. Da das aber noch nicht für einen Mannschaftszähler reichte setzte er mit dem Schlussgong erneut zum Beinangriff an und beförderte den Auer damit ins Aus. Eine weitere „2“ und das damit verbundene Unentschieden schien zum Greifen nah, doch Frauenberger schaffte es auf den Beinen zu bleiben und gab damit nur die Eins ab, sodass Alex den Kampf „nur“ mit 1:3 gewann (Endstand 15:14).

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