Chronik der ASV Boxabteilung

50 Jahre - Boxen - 1961 bis 2011

Zum 40jährigen Jubiläum der ASV Boxer steht dieses Jahr ein besonderes sportliches Ereignis für die Boxfans auf dem Programm. Für den traditionellen Volksfestboxkampf am 12.August in der großen Jurahalle wurde die kampfstarke Staffel des Box Club Bratislava aus der Slowakei verpflichtet, die sich in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf in der Bundesrepublik erworben hat und mit einer Auswahlstaffel nach Neumarkt kommen. Die Bundesligaboxer vom Deutschen Mannschaftsmeister 2001 aus Leverkusen werden die Boxer vom ASV Neumarkt verstärken.

Die Geschichte der ASV Boxer begann 1961, als sich Initiator Walter Totzauer mit einigen Boxsport¬begeisterten im Cafe Schlanghaufer traf und die ersten Gespräche über die Gründung eines Box Clubs stattfanden. Die Vorstandschaft des ASV 1860 Neumarkt war mit der Gründung einer Boxabteilung einverstanden und stiftete für den Aufbau 50,-- DM. Als Gründungsmitglieder waren neben Walter Totzauer auch Horst Winterling, Uli Fischer, Josef Weinhard, Rudi Baumer und Walter Schlanghaufer dabei.

Triebfeder und Motor war „Boxvater“ Walter Totzauer, der selbst noch einmal die Boxhandschuhe schnürte und in die neue Abteilung seine Erfahrung von über 200 Fights einbrachte, die er in der Schweiz beim Boxring Luzern und beim „Club“ in Nürnberg gesammelt hatte. In der Anfangsformation standen auch Horst Winterling, Wilfried Weinhart, Karl Wild, Bubi März, Uli Fischer, Pospischil und Eger Wernhammer. Am 5.August 1961 fand vor 400 begeisterten Zuschauern im Turnerheim das erste Boxturnier statt, bei dem sechs ASV-Boxer den Ring als Sieger verließen. 1962 bestritt Walter Totzauer im überfüllten Turnerheimsaal gegen die US-Dragons seinen letzten Fight gegen den Amerikaner Williams und wurde Abbruchsieger.

Es ging rasch aufwärts mit der Boxstaffel des ASV 1860 Neumarkt und mit Dr. Werner Richter und Günter Rother übernahmen fachkundige Funktionäre die Abteilungsleitung, die lange Jahre die Geschicke der ASV Boxer mit sicherer Hand erfolgreich führten.

Sportlicher Höhepunkt war 1964 die Erringung des „Zellner-Pokals“, um den die Staffeln des 1.FC Nürnberg, BC Eichstätt, ESV Nürnberg-West, TSV Ansbach und des ASV 1860 Neumarkt kämpften. Inzwischen gehörten auch Ferdl Distler, Heinz Wössner, Edi Thumshirn, Rainer Michael, Günther „Schnupfer“ Müller, Josef „Peppi“ Münch, Rudi Baumer, Ernst Hartl, Rudolf Bögerl, Werner Spies, Bernhard Heigl, Berdl Öchsl, Egid Lang, Hans Geier, Günther Schöndorfer und Reinhard Lindner zur Stammbesetzung.

Die folgenden Jahre waren von Einzelpersönlichkeiten geprägt. 1964 absolvierte in der Staffel des ASV ein 17jähriger seinen ersten Kampf. Er wurde über lange Jahre das Aushängeschild für die ASV Boxabteilung und die Eingeweihten wissen, dass von Alfred „Waco“ Hoffmann die Rede ist. Die sportlichen Erfolge und Meistertitel auf regionaler und nationaler Ebene, Einsätze in der Bayernauswahl, langjährige Zugehörigkeit zu den Ligastaffeln des BC Amberg und des BC Piccolo Fürstenfeldbruck. Ab 1969 gehörte „Waco“ Hoffmann zum A-Kater des Bayerischen Amateur-Box-Verbandes und der Höhepunkt folgte 1971 mit der Berufung in die Nationalstaffel zum Länderkampf Deutschland gegen Rumänien in München. Jahre später gab er dann sein Können als Trainer an die aktiven Boxer weiter. Die Erfolge der Gebrüder Gerulat und Kollmann lagen in seiner Trainerzeit und waren auch sein Verdienst.

Viele Namen haben in den 70er Jahren den Boxsport beim ASV populär gemacht. Ob es nun Erwin Vögerl war oder Willi Moosburger – wer würde sich nicht an Alois Lang erinnern – sie waren in ihrer Zeit nicht aus der ASV Staffel wegzudenken.

Das wohl schwärzeste Jahr seit der Gründung der ASV Boxabteilung war das Jahr 1975. Nach abteilungsinternen Querelen verließ ein Großteil der Aktiven unter der Führung des damaligen Trainers Horst Winterling den ASV und gründete eine Boxstaffel in der DJK Neumarkt. Trotz diesen großen Aderlasses begann man bei den ASV Boxern - unter Federführung von Abteilungsleiter Alfred Hoffmann sen. und Geschäftsführer Werner Hoffmann - mit dem Neuaufbau. Die Erfolge einzelner Athleten in den späteren Jahren gaben den ASV-Boxern wieder neuen Auftrieb und bestätigten im Nachhinein das Durchhaltevermögen der Abteilungsführung unter schwierigsten Bedingungen.

Bereits als Schüler zeigte das Nachwuchstalent Armin Gerulat seine Klasse und wurde im Jahr 1976 Bayerischer Meister. 1978 krönte er seine Erfolgsserie mit dem Deutschen Vizemeistertitel der Junioren im Halbschwergewicht und 1983 holte sich Armin Gerulat den Bayerischen Meistertitel der Senioren. Sein Bruder Wolfgang gehörte ebenso wie Andy Kollmann in den 80er Jahren bei den Jugendlichen zur Bayerischen Spitze. Eine Überraschung war der Bayerische Meistertitel der Junioren 1977 im Halbmittelgewicht von ASV Boxer Hans Knipfer.

In den 80er Jahren gehörten neben den Brüdern Armin und Wolfgang Gerulat, Adolf und Anton Fink, auch die Namen Kollmann (Alfred, Andy, Willi und Ludwig) und Martin Nagorny zu den erfolgreichsten Boxern im ASV Ring. Diese Zeit viel in die Verantwortung von Jürgen Geißler als Trainer bei den ASV Boxern, der seine Aufgabe mit großem Engagement erfüllte, aber 1984 sein Amt niederlegte. Im selben Jahr übernahm Walter Totzauer wieder die Leitung des Trainings.

Zum 25jährigen Jubiläum wurde 1986 ein neuer Trainingsraum mit Lichtkuppel und erweiterten räumlichen Möglichkeiten fertiggestellt, der den ASV Boxern ein optimales Training ermöglichte. Der Nachwuchs¬arbeit wurde unter drei geprüften Trainern (Bülent Atlas, Josef Pongratz und Walter Totzauer) beim ASV fortgeführt. Der Name Remsi Karagülle prägte die 90er Jahre bei den ASV Boxern, der unter Trainer Walter Totzauer lange Zeit im Halbschwergewicht in der Bayerischen Spitze kämpfte. Neben Siggi Baier im Halbwelter bei den Senioren war auch der Jugendliche Simon Tischler sehr erfolgreich, er gewann den Bayerischen Vizemeistertitel im Bantamgewicht.

Mit Bülent Atlas kehrte 1989 einer der bekanntesten und besten Neumarkter Boxer zur ASV Boxabteilung zurück. Bülent begann bereits 1973 seine Boxerlaufbahn beim ASV 1860 Neumarkt und beendete nach fast 350 Fights 1991 seine aktive Laufbahn. Die Erfolge des Ausnahmeathleten können nur kurz aufgezeigt werden. Er kämpfte in der Bundesliga für Eichstätt und Landshut, bestritt in der Bayernauswahl Fights gegen die Nationalstaffeln aus England, Tschechien, Türkei, Schottland, Ägypten, USA und Ungarn. Er war auch Mitglied der Türkischen Nationalstaffel und war als harten Fighter bekannt und beliebt. Seinen letzten Meistertitel holte er sich in den ASV Farben im Jahr 1989, wo er sich den internationaler Bayerischer Meister im Halbweltergewicht erkämpfte. Im Jahr 1989 erwarb er auch die Trainerlizenz und gibt auch heute noch im Training seine Erfahrungen an die ASV Boxer weiter.

Hauptverantwortlicher Trainer bei den ASV Boxern ist zur Zeit Jochen Toefflinger, der wieder einige talentierte Boxer für den Volksfestkampf vorbereitet. Mit Rene Kretzschmar, Markus Beer, Bülent Bozkurt, Anton Meier und Stefan Distler werden wieder kampfstarke Boxer beim Volksfestboxkampf in den Ring steigen.

Hauptverantwortliche bei den ASV-Boxern waren beim 40-jährigen Jubiläum im Jahr 2001 Abteilungsleiter Thomas Kreipp, Sportwart Werner Hoffmann und Trainer Jochen Toefflinger. Für den traditionellen Volksfestboxkampf wurde die kampfstarke Staffel des Box Club Bratislava aus der Slowakei verpflichtet, die sich in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf in der Bundesrepublik erworben hat und mit einer Auswahlstaffel nach Neumarkt gekommen war. Für diese schwierige Aufgabe verstärkten die Bundesligaboxer vom Deutschen Mannschaftsmeister 2001 aus Leverkusen die Boxer vom ASV. Mit Rene Kretzschmar, Markus Beer, Bülent Bozkurt, Anton Meier, Siggi Baier und Stefan Distler standen wieder kampfstarke ASV-Boxer zur Verfügung.

Mit Gründung der Kampfgemeinschaft (DJK und ASV) begann 2003 eine neue Episode in der neumarkter Boxgeschichte. Diese Initiative wurde auch von Oberbürger¬meister Alois Karl und Bürgermeister Erich Bärtl tatkräftig unterstützt wurde. Der ehemalige DDR-Auswahlboxer (Junioreneuropameister 1980 und Teilnehmer der Olympischen Spiele 1984 in Cuba) Frank Rauschning übernahm 2004 das Training der Boxer. Nach fünf Jahren wurde Ende 2007 die KG wieder aufgelöst, da sich die DJK beim bayerischen Amateur-Box-Verband abmeldete und den Wettkampfbetrieb einstellte.

Seit 2008 treten die ASV Boxer wieder unter eigener Regie auf und forcierten gleichzeitig die Nachwuchsarbeit. Das Trainerteam um Chefcoach Frank Rauschning und Trainer Markus Beer wurde nun auch von den neuen Übungsleitern Siggi Baier und Gerhard Bechtold verstärkt. Jugendtrainer Siggi Baier übernahm das Schüler- und Jugendtraining und baute eine erfolgreiche Jugendstaffel auf.

Auf dem Juravolksfest 2009 konnten die Jugendlichen bereits unter Beweis stellen, dass sie unter dem Trainerteam sehr gute Fortschritte gemacht haben. Einen beachtlichen Aufwärtstrend verzeichnen die ASV-Boxer unter der Regie von Abteilungsleiter Thomas Kreipp und den Trainern Frank Rauschning, Gerhard Bechtold und Markus Beer im Jubiläumsjahr des ASV. Sehr positiv sieht die Boxabteilung ihre Zukunftsperspektive und die Boxer freuen sich auf ihr 50-jähriges Jubiläum im Jahr 2011.

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